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Malen mit dem Mund Mundstück
Skizzen und Modelle Was ich gut konnte: Abzeichnen oder Abmalen ohne Vorzeichnung. Es gelang mir bei Landschaften und Gebäuden meist gut, ein Motiv im annähernd richtigen Verhältnis zu tuschen oder zu aquarellieren.Das war noch später im Schwetzinger Aquarellkurs bei Wolfgang Beck so: Die anderen haben erst mal mit Bleistift und viel Radiergummi losgelegt. Ich habe immer gleich mit dem Pinsel angefangen, einerseits notgedrungen, weil ich ja nicht radieren konnte, andererseits weil ich das Motiv auch meist gleich direkt einigermaßen auf das Blatt bekam. Sogar Porträts konnte ich direkt mit dem Pinsel von Fotos abmalen. Das kann ich aber schon seit langen Jahren nicht mehr. Inzwischen ist beispielsweise mein Zittern (Intentionstremor) so groß, dass ich Details nicht mehr so malen kann, wie ich will. Außerdem hat sich offenbar etwas in meinem Gehirn verändert, so dass ich die Verhältnisse nicht mehr so erfassen und abbilden kann. Ich habe ja auch andere merkwürdige kognitive Veränderungen an mir erlebt. Beispielsweise kann ich seit längerer Zeit kaum mehr eine Wegbeschreibung liefern, weil ich mir Orte räumlich nur noch schlecht vorstellen kann. Das muss auch beim Abbilden von Räumen auf der zweidimensionalen Ebene eine Rolle spielen. Bei Landschaften habe ich mir meist selber Skizzen mit Bleistift gemacht, vor allem unterwegs und im Urlaub. Da war der Skizzenblock immer im Auto und im Rucksack. ![]() Ich brauche beim Malen fast immer Vorlagen, Fotos, Modelle, lebendige Sträuße. Lange Zeit habe ich mir zum Beispiel von Sträußen Bleistiftskizzen gemacht, die ganz wirr aussahen. Andere Leute konnten damit nichts anfangen, aber ich versuchte damit den Aufbau der Sträuße festzuhalten. Wenn ein Strauß von Wiesenblumen auf dem Schreibtisch stand, dann verkämpfte ich mich dafür, dass er stehen bleibt bis zum Schluss, bis ich fertig bin, auch wenn die meisten Blütenblätter schon abgefallen sind. Denn immer noch kann man dann die Struktur sehen. Auch meine Landschaftsskizzen sahen ganz konfus aus und waren nur für mich lesbar. Zunächst wurden die Landschaftsskizzen im Rollstuhl auf einem Notenständer gemacht. Oft aber einfach vom Auto aus. Dazu hatte ich ein Stativ, das vor dem Sitz eingespannt werden konnte. Lieblingsblumen: Heckenrosen ![]() Heckenrosen waren die ersten Blumen, die ich aus dem Kopf malen konnte. Bei ihnen habe ich meine Bindung an Vorlagen zum ersten Mal verloren. Immer wieder habe ich sie gemalt, viele, viele Bilder verschenkt. Mohn Wenn die Mohnblumenzeit, wenn der Klatschmohn kommt...![]() Das unglaubliche verschwenderische Rot bei so einer Unkraut-Blume, das Transparente, das Knitterige. Wochenlang stehen dann immer wieder frische Mohn-Sträuße in meinem Zimmer. Rosen Lange Zeit bin ich zurückgeschreckt vor Rosen, die kamen mir sehr schwierig vor. Nachdem ich es gelernt hatte, habe ich eine Zeitlang aber fast dauernd Rosen gemalt, sicher Hunderte von kleinen Bildchen. In den letzten Jahren habe ich an den meisten Wochenenden Rosen gekauft beim Blumengeschäft in der Nachbarschaft. Das sind meine Wochenendbelohnungen.Meditative Funktion des Malens ![]() Und was danach auf dem Papier ist, das war endlich einmal mein Produkt, ob es gut war oder nicht. |